Toys Online | Das Fachmagazin Classics, Games und Creatives | Göller Verlag
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Wer wagt, der gewinnt: Neue Materialien, innovative Produkte – Upper Deck zeigt, dass mit kreativem und handwerklichem Geschick überzeugende Ergebnisse entstehen können. Mit viel versprechenden Powerbrands gestalten Kids ihre Spielwelt noch bunter.
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In Krisenzeiten vergiesst die Spielwarenbranche nicht nur Herzblut – sie fordert es auch ein. Handelsvertreter, Key Account Manager, Verkaufspersonal – gute Mitarbeiter werden verzweifelt gesucht, aber bitte „mit Herzblut“! Ist also der „Herzblut-Faktor“ der größte anzunehmende Indikator für Engagement, für Passion und Power – oder im Gegenteil der Supergau, das emotionsgeladene k.o.-Kriterium für die aufstrebende Managergeneration? Märklin-Insovenzverwalter Michael Pluta wünschte sich geraume Zeit vergeblich einen Unternehmer „mit Herzblut“ als Käufer für die schwäbische Traditionsmarke. Doch anscheinend ist diese Spezies vom Aussterben bedroht – keiner der Kaufinteressenten konnte den DNA-Test bestehen. Nun denkt Pluta mehr oder weniger öffentlich über eine neue Strategie nach – den Börsengang. Die Gläubiger könnten ihre Forderungen in Eigentumsanteile an Märklin umwandeln. Auf den ersten Blick kein schlechtes Modell. Die 1000 Märklin-Mitarbeiter, die wahrlich genug Herzblut vergossen haben in den letzten Jahren, setzten im ersten Insolvenzjahr 2009 111 Millionen Euro um, das habe unter dem Strich sieben Millionen Euro Gewinn ergeben, so Pluta. Den chinesischen Zulieferer Sanda Kan beeindruckt das wenig, er vergiesst kein Herzblut mehr, kündigt im Gegenteil nicht nur Märklin, sondern auch anderen Modellbahnern und -zulieferern die Verträge. Weh dem, der Böses dabei denkt! Damit steht Sanda Kan in einer Reihe mit Bankmanagern und Private Equity-Unternehmen, die auch alles andere als Herzblut walten lassen, wenn es um die Jagd nach lukrativen Geschäften geht. Blackstone, in der Branche wohl bekannt und weithin gefürchtet, legt aktuell einen der größten Fonds seit der Finanzkrise auf und rüstet sich damit wieder für erste Übernahmen. Mehr als 13 Milliarden Dollar seien, so liessen Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters verlauten, dank der Geldgeber im Blackstone-Topf. Zusammen mit Geldern aus früheren Fonds wären das aktuell etwa 40 Milliarden Dollar. Die Kriegskasse der Firmenjäger ist also prall gefüllt. Schlechte Karten für potenzielle Übernahmekandidaten – bei Blackstone fliesst kein Herzblut, sondern die nackte Gier in den Adern. Warum fällt mir an dieser Stelle nur wieder Sanda Kan ein? Ach ja, auch die Chinesen lassen Herzblut vermissen, wenn es um Geschäfte geht. Das muss die Branche derzeit am eigenen Leib erfahren. Chinas Zeiten als Billiglohnland sind vorbei. In den Fabriken legen die Angestellten die Arbeit nieder, um Lohnerhöhungen zu erstreiken. Parallel dazu steigen Transport- und Energiekosten. Von den Prüfkosten ganz zu schweigen. Wer soll die vor diesem Hintergrund notwendigen Preiserhöhungen stemmen? Die Industrie, der Handel, der Verbraucher? Auch hier ist geteiltes Leid halbes Leid: Es müssen all jene tiefer in die Taschen greifen, die Qualität statt Masse verkaufen und kaufen wollen. Liebe Leserinnen und Leser, auch bei der Herstellung, dem Vertrieb und der Wahl guter Produkte kann man Herzblut vergiessen! Eine, die weiß, wovon sie schreibt, grüßt Sie herzlich!
Ihre
Sibylle Dorndorf |
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